Über uns

Was ist Film?

Glen Norton meinte in weisen Worten auf diese Frage einmal: „Ebenso könnten wir fragen: Was ist das Leben? Denn Film besteht wie das Leben aus Augenblicken; Momentaufnahmen, emporgehalten durch unsere Lektüre, geprägt in unserer Seele, welche uns dann von Zeit zu Zeit als Erinnerung wiedergebracht werden – von einem Ereignis, einer Vision, einem Geräusch, einem Gefühl. Die Trennung wird trivial – Kino ist Leben und das Leben Kino: um uns, neben uns, in uns. Das Kino jedoch sollte nicht in Eile verzehrt werden; Filme sollten nicht schlicht verdaut werden, wenn sie sich entfalten – wie in Folie gewickeltes Fast Food. Erschaffen durch Licht und Zelluloid leben sie nur in unseren Köpfen und in unseren Herzen, damit wir sie zugleich währenddessen und nachträglich genießen können; projiziert auf die Leinwand und unser Bewusstsein, wo sie immer und immer wieder wiederholt werden – wo wir fortwährend Artefakte wiederentdecken, die uns ständig verändern. Was also, können wir sagen, ist wirklich real? Eine Erinnerung? Ein Ereignis? Ein Bild auf Zelluloid? Die Antwort liegt im Kino. Alles ist real. Nichts ist unmöglich.“

Im Film gibt es ebenso wie in der Filmkritik keine Regeln, keine Auflagen, die es zu beachten gilt, keine Grundsätze darüber, was abzuliefern und was zu vernachlässigen wäre. Denn Film ist die greifbare Alternative zur Realität: Filme schenken eine Magie, die uns an neue, ungeahnt vertraute Orte führt. Erst dort lernen wir, wie man denkt und spricht. So sollte die Filmkritik in ihren höchsten Ansprüchen zugleich analysieren, interpretieren, formen, weiterdenken, sich gewöhnliche und ungewöhnliche Bilder in ihren Ausführungen zu eigen machen – sie sollte die Magie des Films in geschriebene Worte übertragen.

Unser Anspruch

CEREALITY ist ein unabhängiges Online-Filmmagazin, das mit innovativem Stil die Grenzen der Leinwand überschreitet und sowohl aktuelle Neuerscheinungen als auch Fragestellungen des heutigen Kinos untersucht. Dabei wenden wir uns einer eigentlichen Spezialität des Printmediums zu: Denn wir publizieren in Ausgaben. Die Stärke aller Netzpublikationen wahren wir trotzdem, indem Rezensionen spätestens in der Woche des Kino- oder Heimkinostarts erscheinen und wir uns auf keinen strengen Redaktionsschluss festlegen, um kurzfristig entdeckte, aber interessante Beiträge zu berücksichtigen. Eine Ausgabe bündelt alle drei Monate Kernthemen dieses Zeitraums – sei es nun ein Fokus auf die Außenseiterthematik in Filmen oder eine umfassende Analyse und Reportage über die Oscar-Verleihung.

Als unabhängige, filmjournalistische Redaktion sehen wir unseren Anspruch darin, das internationale Kino jenseits des Konsens in jeder Form zu beleuchten: ob nun aktuell oder retrospektiv, für die Leinwand oder den heimischen Bildschirm. Darum setzen wir seit unserem Bestehen auf eine verstärkte Präsenz im Rahmen nationaler und internationaler Filmfestivals – sei es nun das Filmfest München, Filmfest Hamburg, die Internationalen Filmfestspiele von Cannes oder die Berlinale. Selbst kleinere einheimische Independent-Festivals wie das Indigo Filmfest im Saarland werden von uns gleichberechtigt beleuchtet und ausführlich besprochen. Anhand einer umfassenden Berichterstattung schauen wir nicht bloß auf den roten Teppich, sondern vor allem in das Programm.

Ob amerikanischer Independent, europäisches Autorenkino, der Blockbuster von der Stange oder ein längst vergessener Kurzfilm aus Neuseeland: Unsere Herzen gehen in allen Filmen auf. In einem Interview mit Serge Danny und Jean Narboni („Cahiers du cinéma“) sagte Jacques Rivette, der einstige Pionier der Nouvelle Vague, schon 1981: „ … Leute, die, sagen wir, einen Film alle zwei Wochen sehen und sich selbst sagen: Ich sehe mir die großartigen Filme an, aber nicht die anderen, die kommerziellen Filme. Ich meine, diese Menschen haben keine Möglichkeit, das Kino wirklich zu sehen. Das Kino ist nur zugänglich für jene, die akzeptieren, dass sie „Mainstream“ konsumieren müssen. Auf der anderen Seite sind die Konsumenten des Mainstreams, die Duras, Bresson, Straub oder Schroeter ablehnen, auch Menschen, die sich dem Kino verweigern.“

Denn uns liegt daran, der gesamten Filmwelt eine würdige Plattform zu verleihen – mit einer facettenreichen Website, die einen weitreichenden Überblick ins Herz des Kinos ermöglicht: mit gesonderten und hervorgehobenen Themenschwerpunkten sowie täglich eingehenden Neuigkeiten und Empfehlungen als Banner auf der Titelseite.

Unsere Autoren

So gelangen anhand des stets gewissenhaften Ansporns unserer mittlerweile fünfzehn, deutschlandweit verteilten Autoren auch Werke in die öffentliche Wahrnehmung, mit denen mitunter noch kein potenzieller Verleih oder Zuschauer gerechnet hat. Denn unsere Autoren schreiben weder absichtlich erträglich über unerträgliche Filme noch absichtlich unerträglich über erträgliche Filme. Sie funktionieren unabhängig des Konsens und spüren mit Hingabe Perlen der Filmkunst, auch abseits abgetretener Pfade, auf. Genau deswegen beobachten sie permanent den weltweiten Festivalmarkt und rein ausländische Veröffentlichungen. Zudem können sie auf eine reichhaltige Vernetzung zurückgreifen, welche nicht nur die Präsenz auf Facebook und Twitter einschließt, sondern auch Kontakte zu Filmschaffenden, Regisseuren, Autoren, Produzenten und Verleihern (wie das renommierte US-Label Kino Lorber) aus aller Welt.

Autor

Mike Albrecht

Er kennt keine Berührungsängste, was seine große Leidenschaft namens Film betrifft. Echte Perlen findet er ebenso im Meer des Amateurhaften, wie auch am Strand der künstlerischen Vollendung.

Autor

Nathanael Brohammer

Liebt Filme mit düsterem Touch und hat ein Faible für starke Frauenfiguren und Femmes fatales.

Autor

Sebastian Büttner

Er findet persönliches Engagement und Ambition bei Filmemachern wichtiger als kubrick’sche Perfektion, weshalb neben den üblichen Verdächtigen auch jemand wie John Waters zu seinen Lieblingsregisseuren zählt.

Autor

Isolde Hien

Am liebsten vergnügt sie sich im Bann der erodierenden Emotionen und der phänomenologischen Drehbücher, die dann gerne von Haneke, über Coixet, bis hin zu Lynch und Wong Kar-wai verfilmt werden dürfen.

Autor

Kai Hornburg

Versucht Filme nicht von oben herab zu betrachten, sondern am liebsten frontal aus der Mitte – da ist der Sound am besten.

Autor

Timo Kießling

Ist der Hollywood-Verwurstungsfabrik nicht fröhlich gestimmt, aber Kitsch, Krempel und Kunst sind grundsätzlich willkommen. Er kämpft für eine Filmkritik, die ohne Haudrauf-Überzeugungen wie den ominösen „Längen“ etwas Existenzielles aussagt.

Autor

Kilian Kleinbauer

Seine Faszination für Synästhesie, Surrealismus und Ästhetik bildet den Grundstein seiner filmischen Beobachtung und findet sich bei David Lynch, Luis Buñuel und Stanley Kubrick am meisten wieder.

Redakteur

Maximilian Kosing

Eine ausgeprägte Liebe für das fantastische Kino des Tim Burton reiht sich neben einem Faible für Mike Leigh und dem asiatischen Film ein.

Autor

Laura Löschner

Ohne sich auf ein Genre festzulegen, schätzt sie Filme mit dem gewissen Etwas, die sich entweder durch stilistische Besonderheiten, hohe Bildästhetik oder einzigartige Plots auszeichnen. Zu ihren Lieblingen zählen die Herren Noé, Haneke und Jarmusch.

Autor

Yannic Sames

Guckt in einem halben Jahr mehr Filme im Kino als der durchschnittliche Deutsche in seinem ganzen Leben. Ist vielleicht aus diesem Grund Single.

Chefredakteurin

Stefanie Schneider

Neben Schwerpunkten im amerikanischen Independent-Kino und dem europäischen Autorenfilm ist ihre Cinephilie besonders in den Werken von Paul Thomas Anderson, Robert Altman und Stanley Kubrick verankert.

Autor

Marco Seiwert

Kommt aus dem kleinen Saarland und interessiert sich für die große Filmwelt. Von Arthouse bis Zombie-Trash, von Allen bis Zemeckis. Vor nichts macht er halt, weil jeder Film ein Erlebnis sein kann.

Autor

Julia Stache

Sie mag eigentlich grundsätzlich erstmal alles was aus Hollywood kommt, schaut ungerne Dokus und mag keine platten Komödien. Sie freut sich stets über jeden Film, der in OV gezeigt wird.

Autor

Mato von Vogelstein

Er ist offen für viele Genres – so lang sie pfiffig umgesetzt sind. Doch sein Herz schlägt besonders für gepflegtes Autorenkino. Zu „cineastischen Helden“ erhöht er gerne mal Scorsese, Allen, Jarmusch, die Coens und Werner Herzog.

Autor

Julia Weigl

Ihr ist es wichtig, Filme stets aus neuen Perspektiven zu betrachten. Zu ihren besonderen Lieblingen zählen der klassische Autorenfilm, das amerikanische Independent Cinema und das spanische sowie lateinamerikanische Kino.

Redakteur

Christian Witte

Was ist für einen Witte das Schönste im Leben? Filme zu sichten zu jeder Zeit, sie zu verehren und zu besprechen und sich zu begeistern für jedes noch so obskure Genre.

Autor

Magdalena Natalia Zalewski

Von Film noir bis zur Komödie ist sie nahezu für alle Diversitäten zu begeistern, ehrfürchtig wird die Literaturhistorikerin aber nur bei Hitchcock, Wilder und Kubrick. Romanverfilmungen liebt oder hasst sie ganz und gar. Zu nennen bleibt noch eine gewisse Schwäche für das schwedische und französische Kino.

Kinostart: 09.03.2017

Wilde Maus

Josef Haders Debüt als Regisseur ist ein harmloser Film über Kommunikation und Schnee.

Kinostart: 16.02.2017

Elle

Paul Verhoeven kehrt zum Wechselspiel der Moral in der humanistischen Rücksichtslosigkeit zurück.

Kinostart: 08.12.2016

Right Now, Wrong Then

Hong Sang-soo parodiert die Macht der Wahrnehmung, indem er sie egoistisch nacherzählt.

Kinostart: 01.12.2016

Die Hände meiner Mutter

Florian Eichinger blickt realitätsbewusst auf die Anatomie und Konsequenzen des Missbrauchs.

Mr. Long

Sabu, Japan (2017)

Zerbrochene Leben und einstürzende Neubauten: In seiner neunten Berlinale-Teilnahme schickt Sabu Rindersuppen in den Wettbewerb.

Wilde Maus

Josef Hader, Österreich (2017)

Selbstmord durch gefrorenes Wasser: Josef Haders Debüt als Regisseur ist ein harmloser Film über Kommunikation und Schnee.

Occidental

Neïl Beloufa, Frankreich (2017)

Italiener trinken keine Cola! Neïl Beloufa verzettelt sich in seinem chaotisch-absurden Kammerspiel-Debüt.

Tiger Girl

Jakob Lass, Deutschland (2017)

Freiheit durch Reduktion: Jakob Lass’ dritter Langfilm zeigt erneut befreites, deutsches Kino basierend auf einem Skelettbuch.