Immer häufiger kommt es vor, dass die Menschheit im Medium Film dem Untergang geweiht ist und in düsteren Endzeitszenarien einen Schritt vorm Abgrund steht. So wollen sich auch in „Home – Ein smektakulärer Trip“ Außerirdische auf unserem Heimatplaneten breitmachen. Allerdings darf hier die Menschheit weiterleben, weil die außerirdischen Boovs ganz putzige und friedfertige Wesen sind. Da sie aber recht viele sind, brauchen sie viel Platz. Also dürfen die Menschen in Australien weiterleben, während es sich die Boovs auf dem Rest der Erde gemütlich machen. Alles schön und gut – aber leider geht auch bei Aliens hin und wieder etwas schief. Der tollpatschige Boov Oh möchte nämlich alle seine Freunde zu seiner Einweihungsparty in der neuen Erdwohnung einladen und schickt die Nachricht leider an alle E-Mail-Adressen im Universum. Daher bekommt auch eine andere Alienrasse, die Todfeinde der Boovs, diese Nachricht und macht sich auf zur Erde, um die Boovs und die Menschheit zu vernichten.

Tim Johnsons neuester Animationsstreich für DreamWorks gerät jedoch bereits nach wenigen Sekunden das erste Mal ins Stocken, da die Boovs einen Sprachfehler haben. So clever ihre Technologien auch sind – ihre Grammatik lässt stark zu wünschen übrig. Dieser Running Gag zieht sich durch den ganzen Film und ist leider nicht ein einziges Mal komisch, was zu einer echten Geduldsprobe wird. Das ist schade, da die lila Aliens ein ganz niedliches Design erfahren haben und man sie am liebsten unentwegt knuddeln würde, könnten sie ihre Klappe doch nur halten. Als würde das nicht genügen, trifft Oh im Verlauf des Films auf das Mädchen Tip, welches zusammen mit der Katze Schwein seine Mutter sucht. Bei der Umsiedlung ins entfernte Australien wurden die Zwei voneinander getrennt. Also schließen Oh und Tip Freundschaft und es beginnt eine Art nerviges Buddy-Roadmovie. Tip ist ein wenig erträglicher als der redebedürftige Oh – doch viel sympathischer macht auch sie diesen Film nicht. Die beiden Charaktere werden zu keinem gelungenen Team, das man auf ihrem Abenteuer begleiten möchte. Wenig hilfreich ist auch, dass der Film gefühlte drei Showdowns hat, wovon aber immerhin einer als ganz gelungen angesehen werden kann.

DreamWorks hätte mit „Home – Ein smektakulärer Trip“ durchaus Pixars „Alles steht Kopf“ einen ordentlichen Dämpfer verpassen können. Doch so muss die fantastische Animationsschmiede nur einen halbwegs soliden Film produzieren, um DreamWorks mit Leichtigkeit wieder einmal den Rang abzulaufen.

Meinungen

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