Wenn selbst der legendäre Wuxi-Fingergriff keine Wirkung zeigt, ist guter Rat teuer. Po befindet sich gerade im finalen Kampf gegen einen schier übermächtigen Gegner. Und wie in den vorherigen zwei Teilen muss der doch eigentlich gemütliche Panda (wieder gesprochen von Jack Black) auch hier die Welt vor einem bösen Schurken bewahren. Aber fangen wir von vorne an: Nach zwei sehr erfolgreichen Teilen ist die Trilogie nun perfekt – und es darf an dieser Stelle schon gesagt werden, dass der dritte Teil definitiv einen Kinobesuch wert ist. Denn wie der fantastische Erstling und die schwächere, aber noch immer solide Fortsetzung macht auch Alessandro Carlonis und Jennifer Yuhs „Kung Fu Panda 3“ viel Laune.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Po, Tigress und der Rest der Rasselbande haben nach wie vor viel Spaß am Kampfsport und trainieren hart, damit sie ihr Dorf beschützen können. Oft ist es aber so, dass dann doch ein ziemlich grimmer Spießgeselle auf der Matte steht und den Frieden zu zerstören droht. Dieses Mal scheint die Situation besonders aussichtslos: Bösewicht Kai (J.K. Simmons) beherrscht das Chi, eine magische Kraft, gegen die selbst der Drachenkrieger Po kein Mittel zu haben scheint. Innovativ ist die Geschichte in der Tat nicht. Doch darauf kam es in Kung-Fu-Filmen, zu denen die Reihe ohne Zweifel gezählt werden darf, nie an. Vielmehr geht es um eine saubere Inszenierung, coole Charaktere und ein hohes Tempo. Und all das hat „Kung Fu Panda 3“. Und wie er das hat! Der Film punktet vor allem in Sachen Animation, da er einfach fantastisch aussieht. Es gibt großartige Rückblicke und Montagen, die jeweils unterschiedliche Stile haben. Auch die Kämpfe sind so atemberaubend inszeniert, dass man sich ihrer kaum sattsehen kann. Schon alleine für diese 95 Minuten Eye-Candy ist „Kung Fu Panda 3“ den Eintrittspreis wert; in diesem Fall sogar gerne in 3D.

Genau wie in Teil eins und zwei wird auch hier mächtig herumgealbert. Dabei treffen einige Witze absolut ins Schwarze, während andere eher bemüht wirken. Aber gerade weil der Film unglaublich sympathische und einprägsame Figuren bietet, verzeiht man ihm Fehltritte gerne. Und wenn er gegen Ende ernste Züge annimmt und Charaktere wie Zuschauer gleichermaßen erkennen, dass man Großes erreichen kann, wenn man Freunde hat und auch mit sich selbst im Reinen ist, dann funktionieren auch diese Momente. Und das mit einem Helden, der am Liebsten schläft, Klößchen isst und in der Badewanne mit Actionfiguren spielt. Vielleicht nimmt man es dem Film deshalb ab: Weil man selbst gerne ab und an beim Klößchenessen oder Entspannen davon träumt, ein großer Held zu sein.

Meinungen

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